Horus-Tempel von Edfu

Der besterhaltene antike Tempel Agyptens -- ein kolossales Monument fur den Falkengott Horus.

6 AM4 PM100 EGP (general), 1,400 EGP (Tomb of Nefertari)25.7273, 32.5979

Der Horus-Tempel von Edfu ist der am vollstandigsten erhaltene grosse Tempel Agyptens. Zwischen 237 und 57 v. Chr. wahrend der ptolemaischen Periode erbaut, war dieser gewaltige Sandsteintempel jahrhundertelang unter Wustensand und Dorfgebauden begraben, was ihn nahezu perfekt schutzte. Mit seiner 36 Meter hohen massiven Pylonfassade ist er nach Karnak der zweitgrosste Tempel Agyptens. Jede Oberflache ist mit Hieroglypheninschriften und Reliefs bedeckt, die unschatzbare Informationen uber ptolemaische Religion, Mythologie und Tempelrituale liefern.

Warum besuchen

Der besterhaltene antike Tempel in ganz Agypten -- nahezu vollstandig intakt
Ein kolossales Pylontor, das mit allem in Karnak konkurrieren kann
Ein wichtiger Halt auf jeder Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan

Was gibt es zu sehen

Der Grosse Pylon
Der massive, 36 Meter hohe Eingangspylon -- einer der grossten erhaltenen Tempeltore Agyptens -- dominiert den Zugangsbereich mit seiner steilen vertikalen Fassade, in die riesige Reliefs von Ptolemaios XII. eingemeisselt sind, der seine Feinde vor dem Falkengott Horus niederschlagt. Zwei prachtvolle Granitfalken-Statuen mit der Doppelkrone von Ober- und Unteragypten bewachen den Eingang, ihre polierten Oberflachen glanzend in der Sonne -- sie gehoren zu den meistfotografierten und ikonischsten Bildern der agyptischen Tempelarchitektur.
Opferhof
Ein grosser offener Innenhof, durchflutet von Sonnenlicht und umgeben von 32 eleganten Saulen mit variierenden Bluttenkapitellen -- Palmwedel, Papyrusbuundel und zusammengesetzte Muster -- die einen steinernen Wald bilden, der den klaren agyptischen Himmel einrahmt. Die Wande sind mit detailreichen Reliefs des Festes des Schonen Zusammentreffens geschmuckt -- der jahrlichen Feier, bei der die Kultstatue der Hathor von ihrem Tempel in Dendera uber 100 Kilometer nilaufwarts zu ihrem Gemahl Horus nach Edfu reiste, fur eine zweiwochige Wiedervereinigung mit aufwendigen Prozessionen, Musik, Tanz und Festmahlen.
Saulenhallen
Zwei aufeinanderfolgende Saulenhallen fuhren tiefer in den Tempel, jede dunkler und beengter als die vorherige -- eine bewusste architektonische Steigerung, die die zunehmende Heiligkeit der Raume auf dem Weg zum Wohnort des Gottes widerspiegelt. Da das Dach in Edfu vollstandig erhalten ist (anders als bei den meisten agyptischen Tempeln, wo es eingestuurzt ist), erleben Besucher diesen Ubergang genau wie die antiken Priester: vom gleissenden Sonnenlicht des Hofes in ein Zwielicht massiver Saulen und dann in nahezu vollige Dunkelheit, nur durchbrochen von schmalen Lichtschlitzen hoch in den Wanden.
Das Sanktuar (Allerheiligstes)
Die innerste Kammer -- der heiligste Raum im gesamten Tempel, den nur der Hohepriester betreten durfte -- enthalt noch immer den originalen polierten grauen Granitnaos (Schrein), der einst die goldene Kultstatue des Horus beherbergte, was ihn zu einem der vollstandigsten antiken Sankturarien Agyptens macht. Der Naos ist etwa vier Meter hoch, aus einem einzigen Steinblock gehauen, und sein leeres Inneres ist zugleich bewegend und evokativ. Eine moderne Nachbildung der heiligen Barke vor dem Naos vermittelt Besuchern einen lebhaften Eindruck davon, wie der Kult in der Praxis funktionierte.

Historische Details

Baugeschichte
Der Tempel benotigte aussergewohnliche 180 Jahre fur seine Errichtung, begonnen 237 v. Chr. unter Ptolemaios III. Euergetes und erst 57 v. Chr. unter Ptolemaios XII. Auletes -- Kleopatras Vater -- fertiggestellt, was bedeutet, dass der Tempel wahrend fast der gesamten ptolemaischen Dynastie im Bau war. Bauinschriften an den Wanden halten die Daten jeder Bauphase mit ungewohnlicher Prazision fest. Obwohl von griechischsprachigen makedonischen Herrschern erdacht und finanziert, folgt der Tempel mit akribischer Treue dem traditionellen agyptischen Tempeldesign -- eine bewusste politische Strategie: Die Ptolemaer suchten ihre Fremdherrschaft zu legitimieren, indem sie sich als ordentliche agyptische Pharaonen prasentierten.
Verschuttung und Wiederentdeckung
Nachdem Kaiser Theodosius I. 391 n. Chr. den heidnischen Gottesdienst im gesamten Reich verboten hatte, wurde der Horus-Tempel aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten fullte windgetragener Wustensand die Hofe und Hallen, wahrend die Stadt Edfu direkt auf dem verschutteten Tempel wuchs. Der franzosische Agyptologe Auguste Mariette begann 1860 mit der systematischen Ausgrabung. Gerade die Verschuttung, die den Tempel zu zerstoren schien, bewahrte ihn nahezu perfekt -- geschutzt vor Verwitterung, Vandalismus und Steinraub ging Edfu als der intakteste grosse Tempel Agyptens aus dem Sand hervor.

Besuchertipps

  • Nilkreuzfahrt-Passagiere besuchen den Tempel typischerweise am Morgen -- unabhangige Reisende finden nachmittags moglicherweise mehr Ruhe
  • Das Innere ist dunkel -- eine Taschenlampe hilft, die detailreichen Wandreliefs zu erkennen
  • Der Weg vom Kreuzfahrtanleger fuhrt durch eine Reihe von Handlern -- bleiben Sie freundlich, aber bestimmt
  • Die Falkenstatuen am Eingang bieten die ikonischsten Fotomotive

Verwandte Denkmäler

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Öffnungszeiten

6 AM4 PM

Eintrittspreis

100 EGP (general), 1,400 EGP (Tomb of Nefertari)

Epoche

New Kingdom, c. 1550–1070 BC

Standort

25.7273, 32.5979

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