Abu Simbel

Zwei kolossale Felsentempel am Nassersee -- Ramses II. grösstes Monument und eine Meisterleistung moderner Rettungstechnik.

7 AM4 PM150 EGP (plus boat fee)24.0226, 32.8841

Die Tempel von Abu Simbel gehoren zu den aussergewohnlichsten Monumenten der antiken Welt -- zwei massive Felsentempel, die auf Geheiss von Pharao Ramses II. um 1265 v. Chr. aus einer Sandsteinklippe am Westufer des Nils in Nubien gehauen wurden. Der Grosse Tempel mit seinen vier 20 Meter hohen sitzenden Kolossalstatuen des Ramses an der Fassade und der kleinere Tempel fur seine Gemahlin Nefertari waren sowohl eine Demonstration gottlicher Macht als auch eine Warnung an Agyptens sudliche Nachbarn. In den 1960er Jahren wurde die gesamte Anlage in einer der grossten Ingenieursleistungen des 20. Jahrhunderts um 65 Meter hohergelegt, um sie vor den steigenden Wassern des Nassersees zu retten.

Warum besuchen

Vier kolossale Felsenstatuen von 20 Metern Hohe -- eines der ikonischsten Bilder Agyptens
Eine aussergewohnliche Ingenieursleistung -- der gesamte Tempel wurde versetzt, um ihn vor der Flutung zu retten
Der abgelegenste der grossen Tempel Agyptens -- eine eindrucksvolle Reise tief in den Suden

Was gibt es zu sehen

Grosser Tempel (Ramses II.)
Die Fassade des Grossen Tempels ist eines der ikonischsten Bilder der antiken Welt: vier kolossale sitzende Statuen von Ramses II., jede 20 Meter hoch, flankieren den Eingang und blicken mit gelassener Majestat uber den Nassersee. Die schiere Grosse der Statuen -- jedes Gesicht allein misst uber 4 Meter -- lasst Besucher winzig erscheinen. Im Inneren fuhrt ein tiefer Felsengang in den Berg hinein zu einem grossen Saulensaal mit acht Osiris-Pfeilern, deren Wande mit detailreichen Reliefs der Schlacht von Kadesch bedeckt sind. Das Allerheiligste ganz im Inneren birgt vier sitzende Gootterstatuen, darunter eine des vergottlichten Ramses II. selbst.
Sonnenwunder
Zweimal im Jahr -- am 22. Februar und 22. Oktober -- dringen die ersten Sonnenstrahlen durch den 60 Meter langen Tempelgang direkt ins Allerheiligste und beleuchten drei der vier Gotterstatuen fur etwa 20 Minuten, wahrend die vierte Statue (des Unterweltgottes Ptah) absichtlich im Schatten bleibt. Diese astronomische Prazision, geplant vor uber 3.200 Jahren, demonstriert das erstaunliche Wissen der alten Agypter uber Astronomie und Architektur. Tausende von Besuchern reisen eigens zu diesen Daten an, um das Phanomen mitzuerleben.
Kleiner Tempel (Nefertari)
Der Hathor gewidmete Kleine Tempel ehrt Nefertari, die grosse konigliche Gemahlin von Ramses II., auf aussergewohnliche Weise: Die sechs Fassadenstatuen zeigen Nefertari in derselben Grosse wie Ramses -- eine in der agyptischen Kunst uberaus seltene Ehrung, die Nefertaris besonderen Status unterstreicht. Das Innere ist mit eleganten Reliefs geschmuckt, die Nefertari bei Opferhandlungen vor Hathor zeigen, und bewahrt einige der feinfuhligsten und graziosesten Darstellungen einer koniglichen Frau in der gesamten agyptischen Kunst.
Die UNESCO-Rettungsaktion
In den 1960er Jahren drohte der Bau des Assuan-Staudamms, Abu Simbel unter dem Nassersee zu versenken. In einer beispiellosen internationalen Rettungsaktion unter Leitung der UNESCO wurden beide Tempel in 1.036 sorgfaltig nummerierte Blocke zersagt und 65 Meter hoher an einem kunstlichen Hugel wiedererrichtet -- ein Ingenieurswerk, das vier Jahre dauerte und uber 40 Millionen US-Dollar kostete. Das Ergebnis ist so nahtlos, dass Besucher kaum erkennen konnen, dass die gesamte Anlage versetzt wurde.

Historische Details

Ramses der Grosse
Ramses II. (regierte ca. 1279-1213 v. Chr.) war der langst regierende und moglicherweise machtigste Pharao Agyptens. In seiner 66-jahrigen Herrschaft uberzog er Agypten mit Monumenten, fuhrte Feldzuge bis nach Syrien und schloss den ersten dokumentierten Friedensvertrag der Geschichte mit den Hethitern. Abu Simbel war sein personlichstes Projekt -- nicht nur ein Tempel, sondern ein Statement ewiger Macht, strategisch an der sudlichen Grenze platziert, um jeden, der nach Agypten kam, mit der gottlichen Majestat des Pharaos zu beeindrucken.
Wiederentdeckung
Nach dem Ende der pharaonischen Ara wurde Abu Simbel vom Wustensand verschluckt. 1813 stiess der Schweizer Orientalist Johann Ludwig Burckhardt auf die Spitzen der Kolossalstatuen, die aus dem Sand ragten. Erst 1817 gelang es dem italienischen Abenteurer Giovanni Battista Belzoni, sich einen Weg in den Tempel freizuschaufeln. Die Wiederentdeckung elektrisierte Europa und trug massgeblich zur Entstehung der Agyptomanie im 19. Jahrhundert bei.

Besuchertipps

  • Die meisten Besucher kommen per Flug von Assuan (30 Minuten) oder per Bus (3 Stunden, Abfahrt ca. 4 Uhr morgens)
  • Die Buskonvois kommen alle gegen 9-10 Uhr an -- danach wird es schnell ruhiger
  • Planen Sie das Sonnenwunder-Datum (22. Februar oder 22. Oktober) fur ein unvergessliches Erlebnis ein
  • Der Nassersee im Hintergrund macht die Szenerie besonders fotogen bei Sonnenaufgang

Verwandte Denkmäler

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Öffnungszeiten

7 AM4 PM

Eintrittspreis

150 EGP (plus boat fee)

Epoche

Ptolemaic–Roman Period, c. 380 BC – 550 AD

Standort

24.0226, 32.8841

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