Medinet Habu (Tempel des Ramses III.)

Luxors am meisten unterschatzter Tempel -- gewaltige Wande voller dramatischer Schlachtszenen und lebhafter Originalfarbe.

8 AM5 PM100 EGP26.1852, 31.9190

Medinet Habu ist der Totentempel von Ramses III. am Westufer von Luxor und einer der grossten und besterhaltenen Tempel Agyptens. Um 1150 v. Chr. erbaut, sind seine turmhohen Wande mit dramatischen Reliefs bedeckt, die die Militarsiege von Ramses III. darstellen, darunter die berumhte Schlacht gegen die Seevolker. Der Tempel bewahrt mehr Originalfarbe als fast jeder andere Tempel in Agypten, und sein massives befestigtes Tor -- einzigartig in der agyptischen Architektur -- verleiht ihm das Flair einer mittelalterlichen Festung.

Warum besuchen

Einige der lebendigsten erhaltenen Originalfarben aller agyptischen Tempel
Dramatische Schlachtreliefs einschliesslich des berumhten Seevolker-Feldzugs
Einer der grossten Tempel Agyptens und dennoch wunderbar wenig besucht

Was gibt es zu sehen

Migdol-Tor
Ein einzigartiges befestigtes Tor, inspiriert von den Migdol-Festungen, die Ramses III. wahrend seiner Feldzuge in Syrien-Palastina kennengelernt hatte -- seine hohen Mauern und zinnenbekronten Turme verleihen dem Tempeleingang einen ausgesprochen militarischen Charakter, der in der agyptischen Tempelarchitektur seinesgleichen sucht. Die oberen Raume dienten als privater Ruckzugsort von Ramses III. und sind mit bemerkenswert intimen Szenen geschmuckt, die den Pharao beim Entspannen mit koniglichen Frauen zeigen -- beim Brettspiel, beim Empfang von Blumen und in hauslicher Umgebung, die sich grundlegend von den heroischen Schlachtszenen an den Aussenwanden unterscheidet. Diese privaten Gemacher bieten einen der seltensten Einblicke in das persouliche Leben eines Pharaos, die irgendwo in Agypten erhalten sind. Das Tor diente auch als praktische Zuflucht in Zeiten der Unruhe.
Schlachtreliefs
Die Aussenwande sind mit gewaltigen, kinematografisch komponierten Reliefs bedeckt, die die Feldzuge von Ramses III. in aussergewohnlichem Detail zeigen -- darunter die entscheidende See- und Landschlacht gegen die Seevolker (ca. 1178 v. Chr.), eine ratselhaufte Koalition seefahrender Invasoren, die bereits das Hethiterreich gesturzt und den ostlichen Mittelmeerraum verwustet hatten. Die Seeschlachtszene ist eine der dynamischsten Kompositionen der gesamten agyptischen Kunst und zeigt agyptische und feindliche Schiffe im Kampf, Krieger, die in den Nil sturzen, und gefesselte Gefangene. Diese Szenen dokumentieren eine der folgenreichsten Militaroperationen der antiken Geschichte.
Erster und Zweiter Hof
Zwei grosse Saulenvorshofe mit massiven Osiris-Pfeilern -- kolossale Figuren von Ramses III. in der mumifizierter Haltung des Osiris, die Arme mit Krummstab und Geissel gekreuzt, die mit gelassener Autoritat von den Saulen herabblicken. Die Decken der uberdachten Bereiche bewahren einige der bemerkenswertesten Flecken originaler Farbdekoration aller agyptischen Tempel -- lebhaftes Blau fur den Himmel, strahlende Rot- und Goldtone auf den Gotterfiguren und kunstvolle geometrische Muster, die das einstige blendende Farbspektakel dieser Bauwerke veranschaulichen.
Palast-Ruinen
An der Sudseite des ersten Hofes befinden sich die Ruinen eines kleinen koniglichen Palastes -- einer der ganz wenigen pharaonischen Palaststrukturen, die irgendwo in Agypten erhalten sind, da Palaste aus Lehmziegeln gebaut wurden, wahrend Tempel Stein verwendeten. Der Palast umfasste einen Thronsaal, Privatkammern, ein Badezimmer mit Steindrainagesystem und ein Fenster zum ersten Hof des Tempels, durch das der Pharao wahrend Zeremonien erscheinen konnte.

Historische Details

Ramses III.
Oft als der letzte grosse Pharao Agyptens bezeichnet, verteidigte Ramses III. (regierte ca. 1186-1155 v. Chr.) sein Konigreich gegen drei grosse Invasionsversuche in einer Zeit, als die gesamte bronzezeitliche Mittelmeerwelt um ihn herum zusammenbrach. Sein Sieg uber die Seevolker um 1178 v. Chr. -- in aussergewohnlichem Detail auf diesen Tempelwanden festgehalten -- gilt als eine der bedeutendsten Militaroperationen der antiken Geschichte. Trotz seiner militarischen Triumphe wurde Ramses III. schliesslich in einer Haremsverschwowrung ermordet, angefuhrt von einer Nebenfrau, die ihren Sohn auf den Thron bringen wollte.
Spatere Nutzung
Nach dem Fall des Neuen Reiches und dem Niedergang der pharaonischen Macht machten Medinet Habus massive Umfassungsmauern -- bis zu 18 Meter hoch und 10 Meter dick -- es zu einem idealen Zufluchtsort, und eine bluhende koptisch-christliche Stadt namens Djeme wuchs zwischen dem 1. und 9. Jahrhundert n. Chr. innerhalb des Tempelkomplexes. Die Stadt nutzte die Tempelhallen als Wohnhauuser und Werkstatten, baute Kirchen in die Innenhofe und verliess sich auf die antiken Mauern zum Schutz vor Uberfallen. Spuren koptischer Bautatigkeit sind im gesamten Komplex noch sichtbar.

Besuchertipps

  • Besuchen Sie am fruhen Morgen oder spaten Nachmittag -- das tiefstehende Sonnenlicht lasst die Reliefs zum Leben erwachen
  • Medinet Habu empfangt weit weniger Besucher als das Tal der Konige oder der Hatschepsut-Tempel -- geniessen Sie die Ruhe
  • Schauen Sie in uberdachten Bereichen nach oben, um spektakulare originale Farbdekoration zu entdecken
  • Lasst sich mit dem Tal der Konige und dem Hatschepsut-Tempel zu einem vollen Westufer-Vormittag kombinieren
  • The drive from Luxor (about 2.5 hours) passes through rural Egypt — a fascinating contrast to the tourist areas

Verwandte Denkmäler

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Öffnungszeiten

8 AM5 PM

Eintrittspreis

100 EGP

Epoche

New Kingdom, c. 1280 BC (19th Dynasty)

Erbaut von

Pharaoh Seti I (completed by Ramesses II)

Standort

26.1852, 31.9190

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